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Tach, Herr Knabenschuh! Wie war´s?

knabenschuh pressefoto2

Bizarre Blicke auf das alltägliche Leben

 

Wieder einmal war die Heimatstube Aldekerk voll besetzt. Der Heimatverein hatte zu einem besonderen Kabarett-Vergnügen eingeladen. Uwe Kleibrink alias Kurt Knabenschuh war zu Gast.
VON CHRISTOPH KELLERBACH

 

Aldekerk  Wie heißt doch das schöne Sprichwort? „Die besten Geschichten sind jene, die aus dem Leben gegriffen sind.“ Und genau dies beherzigt Uwe Kleibrink alias Kurt Knabenschuh. Der Wuppertaler bezeichnet dabei sein viertes Solo-Programm „Tach, Herr Knabenschuh - wie war?s?“ selbst sehr passend als „Alltagskabarett“. Denn schließlich ist nichts merkwürdiger als die tagtäglichen Absurditäten, welche von den meisten schon leichtfertig hingenommen werden.

 

Als Kurt Knabenschuh verpackt der Künstler all diese kleinen bizarren Momente in amüsante Anekdoten und erinnert mit viel entlarvendem Witz daran, dass es absolut okay ist, sich auch manchmal zu wundern. Ob es jetzt um Öko-Muttis mit Rohkost-Fimmel geht, denen man den Doppelnamen bereits an der Nasenspitze ansehen kann, oder bio-energetisch links oder rechts geschleuderte Muttermilch: „Das Ganze erinnerte mich an viele Sachen, die man halt schon mal so erlebt oder mitbekommen hat“, fand Besucher Heinz Hönnekes. Und Michael Alsters lobte: „Der Auftritt war super. Ich wusste vorher nicht, was mich hier erwartet, aber die verschiedenen Situationen werden richtig gut rübergebracht.“

 

Dabei jonglierte der seit 1998 hobbyweise und seit 2009 als Vollprofi auftretende Kleibrink oft und gern mit schnellen Wortkombinationen, während die Themen fließend ineinander übergehen. Auch bewusst bizarre Blickwinkel werden gerne genommen, um manche Tatsachen auf den Punkt zu bringen. So bezeichnete er etwa „Deutschland sucht den Superstar“ als Ornithologen-TV, denn es gehe ja darum, „dass da Schnepfen mit Vollmeisen um die Wette zwitschern, um ein Star zu werden, nur um ein paar Jahre später den anderen Vögeln im Dschungelcamp die Käfer wegzufressen“.

 

Für die zweite Hälfte seines Auftritts in der voll besetzten Aldekerker Heimatstube holte der Alltags-Sezierer noch ein irisches Tenor-Banjo hervor. Dabei stellte er mit der Ansicht, „dass ich dann wohl der einzige Kabarettist bin, der mit einem Instrument auf die Bühne geht, das er nicht ansatzweise beherrscht“, sein Licht etwas unter den Scheffel. Sein „Facebook-Song“ mixte wie das restliche Programm durchaus derbere Momente mit sprachlich hohem Niveau, was einen interessanten Kontrast ergab. So scherzte Kleibrink zu Beginn noch: „Als ich das letzte Mal vor fünf Jahren hier war, wurde mir damals gesagt "Bitte, nichts unter der Gürtellinie", und ich kann Ihnen versichern: Ich rede heute nicht über Beine!“

 

Zusammengehalten wurden all die bewusst überzogenen Absurditäten schließlich von eben jenem kleinen, wahren Kern, der die Besucher sowohl lachen als auch verständig hat nicken lassen. Der gut zweieinhalbstündige Auftritt „war einfach nur sehr schön“, wie Zuschauerin Daniela Kouker urteilte. „Denn man kann sich in den alltäglichen Sachen halt einfach so richtig gut wiederfinden.“

 

Publikation Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe Geldern
Erscheinungstag Dienstag, 11. Februar 2014
Seite 19