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Wilhelm Busch in der Heimatstube

"Schein und Sein"

Ein Wilhelm-Busch-Spätnachmittag mit Literatur und Gesang.

ALDEKERK Während an den Kabarettisten Dr. Hirschhausen oder Dr. Stratmann Ärzte verloren gegangen sind, so ist an Dr. Engelbert Decker ein ausgezeichneter Rezitator, Sänger und Schauspieler verloren gegangen. In der Aldekerker Heimatstube trat der Bonner Mediziner in Begleitung der Pianistin Gabriele Plößner mit einem Wilhelm-Busch-Programm auf.


Geistiger Vater

„Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss“, begann Decker mit dem pointierten Vierzeiler. Mit seinen wichtigsten Lebensdaten („Busch wurde in dem Jahr geboren, als Goethe starb, nämlich 1832“) stellte der Künstler den geistigen Vater von Max und Moritz mit Werken vor, die man nicht unbedingt kennt. Entnommen hat er sie den Büchern „Schein und Sein“, „Kritik des Herzens“ und „Zu guter Letzt“.

Busch war eine Jahrhundert-Begabung, der meistgelesene Schriftsteller seiner Zeit, ein Querkopf, und er übte Menschen- und Gesellschaftskritik. Auch wenn Decker rezitierte „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie mit Geräusch verbunden“, sang er mit warmem wandlungsfähigem Bassbariton Lieder von Komponisten, die als Busch-Verehrer galten. Dazu zählten „Ein bisschen Freude braucht der Mensch zum Leben“, „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ und „Püppchen, du bist mein Augenstern“.

Auch wenn der praktizierende Arzt im zweiten Teil mit Aufsatzauszügen Buschs „Von mir über mich“ ernstere Töne anschlug, blieb die Grundstimmung heiter. Dafür sorgte auch die Dreiecksgeschichte um Käthe, Fritz und Ferdinand, die mit einer Birne zu tun hatte. Um Liebe ging es beim geflügelten Vers „Es wird mit recht ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten“. Mit ausgezeichneter Mimik und Gestik servierte Decker die lyrischen Leckerbissen. Busch selber blieb unverheiratet, war aber allgemein für die Reize der Frauen empfänglich.

 

Die Aldekerker Zuschauer traf Decker mitten ins Herz. Manfred Körfer vom Heimat- und Verkehrsverein Aldekerk dankte und betonte noch einmal, wie sehr ihm die Zugabe gefallen hat: „Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben“.

 


Quelle: 
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH 
Publikation: Rheinische Post Geldern 
Ausgabe: Nr.244 
Datum: Dienstag, den 19. Oktober 2010 
Seite: Nr.17