Hier werden wir über Episoden mit Funden aus Aldekerk berichten.
Sollten auch Sie von interessanten Funden berichten können, freuen wir uns über jeden Hinweis.
Michael Pickmann
Leiter der Archivgruppe
· Kinderschuh Hochstraße 64
Am 21. Januar 2012 fand ich den abgebildeten Kinderschuh im Bauschutt. Seinerzeit stand regelmäßig vor dem Häuschen Hochstraße 64 in Aldekerk ein kleiner Baucontainer, der immer wieder zum Nachschauen Anlass gab.
Im Inneren liefen einige Arbeiten im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme. Seit Jahren schon wird das Objekt von beiden Seiten der Nachbarhäuser abgestützt.
Hans Friedrich als Nachbar erkundigte sich, ob es denn den 2. Schuh noch gäbe, leider nein. So ist der alte Kinderschuh mit seinen 15 cm Länge, 6 cm Breite und Höhe sowie 92 Gramm Gewicht seit fast 14 Jahren in meiner Sammlung.
Zum Alter kann man sagen wohl sehr alt, vielleicht ist es der älteste Kinderschuh in Aldekerk. Vielleicht war er nur was für Sonntag, denn werktags liefen die Kinder damals nur barfuß.
Bei der Recherche stieß ich auf den alten Brauch, einen Schuh einzumauern. ".....Grund für die eingemauerten Schuhe sei vielleicht ein heute vergessener Abwehrzauber, über den es nirgendwo Berichte gebe, sagte Bauforscherin Kristin Dohmen.
Auffällig sei, dass alle rund 1000 Vergleichsfunde aus ganz Europa zumeist in der Nähe von Fenstern oder Kaminen eingemauert seien.
An diesen "Schwachstellen" sei wohl der Schutz vor bösen Mächten als besonders nötig gesehen worden...."
(Kristin Dohmen: Eingemauerte Schuhe im gotischen Turm von Schloss Liedberg, Denkmalpflege im Rheinland, 27. Jg, Nr. 1 - 1. Vierteljahr 201, S. 1 ff)
Wer weiß, vielleicht entstammt der gefundene Schuh dieser Tradition?
Bericht von Michael Pickmann
Heimatblatt Nr. 01 / 2026
· Gebetbuch Hochstraße 73
Das Katholische Gebet-und Gesangbuch für die Pfarrgemeinde Aldekerk konnte ich im Januar 2017 bei einem Hoftrödel auf der Hochstraße 73 in Aldekerk erwerben.
Postkarte um 1900 - rechts das Haus Hochstraße 73 Aktuelle Ansicht
Peter Niederholz hatte mich dazu mitgenommen, er interessierte sich für dies und das aus dem handwerklichen Bereich. Mich faszinierte das alte Gebetbuch von 1854 und der Gedanke, wieviele Messen, Beerdigungen und Familienfeste es wohl erlebt haben mag. Es ist in jedem Fall sehr gebraucht und ausgebessert. Die 578 Seiten sind aber beisammen. Die alten Stempel "Joh. Seeves" und "Ibes" zeugen von den gläubigen Benutzern beginnend vor 172 Jahren.
Eventuell ist es ja das älteste Gebetbuch Aldekerks?
Bericht von Michael Pickmann
Heimatblatt Nr. 02 / 2026